Niemand würde die Behauptung widerlegen, dass Routinen sind für Kinder beruhigend sind. Wissenschaftliche und anekdotische Beweise belegen das. Routinen ermöglichen es Kindern, ihrem Tag einen Sinn zu geben und bieten ihnen die Möglichkeit, wichtige Fähigkeiten auf dem Weg zur Selbstständigkeit zu entwickeln und umzusetzen. Zu diesem Zweck führen Eltern Routinen ein. Vor allem führen Eltern Schlafroutinen ein, um den Weg ins Traumland zu ebnen. Das funktioniert. Aber es ist möglich, noch mehr zu tun. Eltern, die einen Schritt weiter gehen und ein interaktives, persönliches Einschlafritual einführen, sorgen dafür, dass sich die Kinder wohlfühlen und deshalb auch eher einschlafen werden.

(Eine Anmerkung am Rande: Gute Schlafgewohnheiten beginnen mit guten Gewohnheiten am Tag. Wenn Kinder sich bewegen, Stimulanzien meiden und frische Luft genießen, schlafen sie besser. Keine noch so gute Schlafenszeitstrategie kann das ausgleichen).

Wie Rituale statt Routinen helfen können

Routinen sind auswendig gelernt und richten sich nach der Uhrzeit. Bei Ritualen geht es jedoch weniger darum, wann die Aktivitäten stattfinden, sondern vielmehr darum, welche Aktivitäten stattfinden. Sie vermitteln das Gefühl, in einen besonderen Raum oder eine besondere Zeit einzutreten. Die Schaffung eines Schlafrituals erfordert einen zweigleisigen Ansatz: Bereite die Umgebung des Kindes auf den Schlaf vor und bereite dann das Kind vor.

Umgebungsrituale verändern in der Regel die Atmosphäre in der Wohnung, um dem Kind bewusst oder unbewusst zu signalisieren, dass die Schlafenszeit naht. Das kann bedeuten, dass das Licht mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen gedreht und die Bildschirme ausgeschaltet werden. Die blaue Licht von elektronischen Geräten hemmt die Melatoninproduktion und erschwert so das Einschlafen, und Fernsehen oder Spiele sind ohnehin viel zu anregend. Orangefarbenes Licht – wie das eines Kamins oder sogar einer elektrischen Kerze – fördert die Melatoninausschüttung.

Wie zusätzliche elektronische Hilfsmittel dir beim Einschlafen helfen

Weißes Rauschen kann einem Kind ebenfalls beim Einschlafen helfen (und einschlafen zu bleiben) – das Einschalten des Geräts oder der App etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen ist ein weiteres Signal für Kinder, dass die Schlafenszeit unmittelbar bevorsteht. Ventilatoren sind eine beliebte Option für weißes Rauschen, aber sie haben auch ihre Nachteile. Sie haben ein Kabel, über das man stolpern kann, laden zu Unfug ein und sind nicht wirklich die richtige Art von weißem Rauschen – sie sind einfach ein bisschen zu hoch.

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“Je höher die Geräusche sind, desto unangenehmer und irritierender sind sie für Kinder, was den Schlaf stören kann. Du brauchst also etwas, das nicht so hoch und rumpelig ist”, sagt Dr. Harry Krichbaum, Kinderarzt. “Und dann benutzt du ihn die ganze Nacht lang. Er hilft Kindern, nicht auf äußere Dinge zu achten, wie z. B. Geräusche, vorbeifahrende Lastwagen oder Flugzeuge, oder auf innere Dinge, wie z. B. ein bisschen Zahnen, ein bisschen Hunger, eine verstopfte Nase. So hilft es ihnen, bei leichten Störungen durchzuschlafen.”

Wie Kindgerechte Rituale helfen Kindern, sich emotional auf die Schlafenszeit vorzubereiten

Es gibt eine Vielzahl von Beruhigungsritualen, aber es ist wichtig, dass Eltern eines finden, das bei ihren Kindern wirklich funktioniert. Dr. Krichbaum empfiehlt eine Technik namens magisches Atmen, bei der Kinder drei oder vier tiefe Atemzüge machen, um sich zu entspannen.

“Bei der magischen Atmung atmen die Kinder tief ein und du dirigierst sie wie ein Orchesterdirigent und bringst sie dazu, drei oder vier tiefe Atemzüge zu machen, einfach als Teil der Schlafenszeitroutine”, erklärt Krichbaum. “Der Schlüssel zum erfolgreichen magischen Atmen sind zwei Dinge: Erstens musst du dein Gesicht entspannen. Dein Gesicht soll sich wie ein nasser Waschlappen anfühlen. Und zweitens musst du länger ausatmen als einatmen. Wenn du also die Atmung durchführst, atmest du ein und dann ganz langsam wieder aus. Es ist dieses langsame Ausatmen, das das Gefühl der Entspannung vermittelt.”

Manche Familien verwenden sogar sanfte Massagen, wobei die Eltern daran denken müssen, dass das Beruhigungsritual dem Kind auch wirklich helfen muss, sich zu entspannen. Ein Kind, das nicht besonders berührungsfreudig ist oder keine Massagen mag, wird nicht gut darauf reagieren, genauso wenig wie ein besonders kitzeliges Kind. Und das ist in Ordnung.

“Es geht nur darum, abzuwägen, was die Kinder beruhigt und was sie zum Spielen animiert”, sagt Krichbaum. “Du musst sie mehr einbeziehen, um das richtige Gleichgewicht zu finden, und das ist bei jedem Kind anders.”

Streicheleinheiten vor dem Schlafengehen oder Zeit zum Kuscheln, um die Höhepunkte und Erfolge des Tages Revue passieren zu lassen, können einem Kind helfen, sich zu entspannen. Wenn du jeden Erfolg des Tages markierst, z.B. durch ein kleines Häkchen auf deiner Hand, können Eltern und Kind die Häkchen zählen und sich an die jeweiligen Umstände erinnern. Das ist eine Übung, die Erinnerungen weckt, das Selbstwertgefühl stärkt, die Emotionen nährt und ein Entspannungsritual ist. Die Kinder beenden den Tag mit einem guten Gefühl, sind stolz und zuversichtlich und freuen sich auf morgen. Es ist ein Ritual, das sie über die Schlafenszeit hinaus stärkt und den Tag mit Liebe einrahmt.

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