Wenn Eltern ihr Kind zum Schlafen gebracht haben, denken sie vielleicht, dass das Schlimmste vorbei ist. Leider nein. Sie müssen mit dem “Vier-Monats-Schlaf-Rückfall” rechnen, mit der Umstellung auf ein Kleinkindbett und mit einer scheinbar unendlichen Vielfalt an ärgerlichen nächtlichen Beschwerden. Aber es gibt keinen Grund, sich hoffnungslos gegen Hunger, Durst, Urin, Beinkrämpfe, Unwohlsein und Viren zu fühlen. Alles, was Eltern brauchen, ist ein bisschen Vorbereitung, ein bisschen kreatives Denken und die feste Überzeugung, dass Kinder für viele ihrer Bedürfnisse selbst die Verantwortung übernehmen können.

“Es hilft wirklich, wenn man voraussieht, warum sie aufwachen und dann versucht, sie so selbstständig wie möglich zu machen”, erklärt Dr. Corinn Cross, Sprecherin der American Academy of Pediatrics. Sie weist darauf hin, dass die wichtigste Strategie im Umgang mit nächtlichen Beschwerden, die ein Kind aufwecken, darin besteht, es in seinem Zimmer oder Bett zu halten. “Wenn ein Kind aufwacht und zu dir in den Flur läuft, wird es viel wacher sein, als wenn es aufwacht und sich selbst darum kümmert”.

Sie betont auch, dass viele der nächtlichen Beschwerden einfach nur Verhaltensweisen sind, die (wie unschuldig auch immer) darauf abzielen, die Kinder näher an ihre Eltern zu bringen. Cross ist eine große Befürworterin von Grenzen und merkt an, dass sie selbst mit ihren eigenen drei Kindern nachts der unangenehmste Elternteil ist, mit dem man zu tun hat.

“Manchmal muss man einfach sehr streng sein”, erklärt sie. “Denn wenn du all diese nächtlichen Besuche unterhältst, wird es einfach eine tolle Zeit, um Mama und Papa zu besuchen.

Wie man mit den üblichen nächtlichen Beschwerden eines Kindes umgeht

  • Setze klare Grenzen, damit die Kinder verstehen, dass sie nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie von dir erwarten, wenn sie sagen, dass sie durstig oder hungrig sind.
  • Gib deinen Kindern das Rüstzeug mit auf den Weg, das sie brauchen, um selbst die Verantwortung für ihr nächtliches Wohlbefinden zu übernehmen, z. B. richtige Schlafkleidung, Töpfchen vor dem Schlafengehen und Wasser am Bett.
  • Beinkrämpfe oder “Wachstumsschmerzen” sollten mit viel Wasser, Kalium und eisenhaltigen Lebensmitteln bekämpft werden, um nächtlichen Krämpfen vorzubeugen.
  • Bereite dich auf nächtliche Erkältungen und Grippe vor, indem du Honig und zusätzliche Kissen anbietest und die Medikamente für die späte Einnahme in einem schummrigen, ruhigen Raum vorbereitest.
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Diese Grenzen durchzusetzen bedeutet aber auch, den Kindern die Möglichkeit zu geben, ihre nächtlichen Probleme selbst in den Griff zu bekommen oder sie erst gar nicht entstehen zu lassen. Vor dem Schlafengehen sollten sie zum Beispiel auf die Toilette gehen, egal ob sie das Gefühl haben, dass sie es müssen oder nicht. Kinder, die durstig sind, sollten eine auslaufsichere Wasserflasche neben dem Bett haben. Kinder, die frieren, sollten einen Pyjama mit Füßen haben. Und Kindern, denen warm wird, sollte es möglich sein, eine Decke einfach abzuwerfen.

Cross merkt an, dass Eltern sogar noch kreativer werden können. Sie weist darauf hin, wie eines ihrer Kinder eine kurze Phase durchmachte, in der es nachts aufs Töpfchen gehen musste. “Ich habe eine dieser Plastikmatten für Hunde direkt in ihr Schlafzimmer gelegt”, sagt Cross. “Ich sagte ihr, sie solle einfach aufstehen, es benutzen und dann wieder ins Bett gehen. Irgendwann hat sie es dann geschafft.

Aber manche durch den Schlaf ausgelösten Beschwerden führen tatsächlich zu körperlichen Beschwerden, die ein Elternteil zum Aufwachen zwingen. Zu den schlimmsten gehören die “Wachstumsschmerzen”. Diese Schmerzen haben jedoch weniger mit dem Wachstum zu tun, sondern vielmehr mit Dehydrierung, Mineralstoffungleichgewichten und Überbeanspruchung. Cross empfiehlt, darauf zu achten, dass ein Kind genügend Wasser, Kalium (aus Bananen) und eisenreiche Lebensmittel zu sich nimmt. Sie empfiehlt, sich keine nächtlichen Beinmassagen anzugewöhnen, denn das kann die Schlafgewohnheiten empfindlich stören.

Auch bei Krankheiten wie Erkältungen und Grippe müssen die Eltern aufstehen und eingreifen. Aber auch hier kommt es auf die Vorbereitung an. Bei einer Virusinfektion empfiehlt Cross, alle Schmerz- und Fiebermittel vorzubereiten, bevor sich das Kind hinlegt, damit sie bei schwachem Licht schnell verabreicht werden können. Sie weist auch darauf hin, dass es helfen kann, die Verstopfung mit ein paar Minuten in einem dampfenden Badezimmer zu lösen. Außerdem sollten Eltern den Kopf des Kindes mit einem Kissen hochlegen.

Schließlich rät Cross, auf die Kraft des Honigs zu setzen. “Honig ist nachweislich ein genauso wirksamer Hustenstiller wie Robitussin”, sagt sie. “Außerdem hat er antivirale Eigenschaften. Ein gestrichener Teelöffel reicht völlig aus. Gib das Zeug nur nicht an Babys, sonst verschlimmerst du das Problem noch.

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