Kein Elternteil hat die Absicht, ein undiszipliniertes Kind zu erziehen. Aber manchmal geht man Kompromisse ein (“Du kannst das Müsli haben, wenn du nichts anderes verlangst.”) und gibt unnötige Belohnungen (“Hier ist ein Keks, wenn du dein Gemüse aufisst.”), um es einfacher zu machen. Plötzlich hast du ein Kind und eine Reihe von Ansprüchen, die das Sagen haben. “Alle Eltern wollen das Beste für ihre Kinder und sind bestrebt, ihr Selbstwertgefühl zu fördern, aber wenn Kinder uns ausblenden, sich weigern, das zu tun, was wir wollen, sich uns widersetzen oder uns ignorieren, ist es normal, dass wir genervt und frustriert sind”, sagt Linda Lippmann, Elternbildnerin. “Ohne es zu wollen, tappt man leicht in die Falle, zu viel zuzulassen und keine Grenzen zu setzen.

In diesem Buch stellt Lippmann ihre besten Disziplinierungstechniken vor, um Kinder zum Zuhören und zur Kooperation zu ermutigen. Es sind konkrete (und effektive) Alternativen zum Drohen, Bestechen, Schreien, Bestrafen, Befehlen, Angreifen, Beschimpfen, Bitten, Streiten oder Kritisieren – damit alle gewinnen.

Problem Nr. 1: Dein Kind hat ein Anspruchsdenken

Lösung: Zeige deinem Kind mit verbalen Hinweisen, dass es nicht um es selbst, um dich oder um andere geht. Indem du unpersönliche Aussagen machst, machst du die Disziplin praktisch und deine eigenen Forderungen als Elternteil sachlich und rational. “Sag zum Beispiel: ‘Bücher gehören ins Regal’, ‘der Mantel muss in den Schrank und nicht auf den Boden’, ‘das Geschirr muss in den Geschirrspüler’ und ‘jetzt ist Badezeit’.”

Problem Nr. 2: Dein Kind kann das Wort “Nein” nicht ausstehen

Lösung: Nimm die Schärfe aus diesem einen Wort, indem du andere Ein-Wort-Antworten verwendest. Anstatt in einem Wort festzuhalten, was du nicht willst, “sag in einem Wort, was du willst”, sagt Lippmann. “Verwende Sätze wie ‘Kevin, Jacke!’ oder ‘Jill, Zähne!’. Das funktioniert viel besser als ‘Wie oft muss ich dir noch sagen…’ oder ‘Warum hörst du nicht zu, wenn ich mit dir rede?'”

Problem Nr. 3: Deinem Kind fehlt es an Freundlichkeit, Einfühlungsvermögen oder Mitgefühl

Lösung: “Wann immer ein Kind etwas Hilfreiches, Fürsorgliches oder Kooperatives tut oder sich verbessert, lass es wissen, dass du es bemerkt hast, und sprich ihm deine Anerkennung aus”, sagt Lippmann. Zum Beispiel: “Danke, Joey, mir gefällt, wie du Amy geholfen hast, ihre Spielsachen wegzuräumen” oder “Sabrina, ich war beeindruckt, wie du deine Hausaufgaben gelöst hast”. Eine kleine positive Anerkennung kann viel bewirken.

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Problem Nr. 4: Dein Kind hat kein Gewissen und tut verletzende Dinge, ohne sich schuldig zu fühlen

Lösung: Wenn es deinem Kind schwerfällt, sich in andere hineinzuversetzen, mach ihm klar, welche Auswirkungen seine Handlungen auf die Gefühle anderer haben. Sprich mit ihnen darüber, wie sich andere fühlen, und gib ihnen die Möglichkeit, die Dinge aus der Sicht anderer zu sehen, indem sie ihr schlechtes Verhalten nicht auf sich selbst beziehen. “Sprich über deine Gefühle”, sagt Lippmann. “Aber greif dein Kind nicht an und sag ihm nicht, was an ihm alles falsch ist.

Problem Nr. 5: Deinem Kind ist es eigentlich egal, wie du dich fühlst

Lösung: Auch hier geht es darum, deinem Kind zu zeigen, dass es sich nicht nur um dich dreht. “Wenn du wütend auf dein Kind bist, benutze ‘ich’, nicht ‘du'”, sagt Lippmann. “Es ist viel besser zu sagen: ‘Ich bin wütend’ als: ‘Du bist böse.'” Probiere diese Beispiele aus, wenn dein Temperament das nächste Mal aufflammt: “Ich werde wütend, wenn du zu spät kommst und nicht angerufen hast.” “So will ich nicht mit mir reden lassen.” “Ich bin wütend, wenn ich diesen Raum sehe.” “Ich verlasse diesen Raum, damit ich mich beruhigen kann.”

Problem Nr. 6: Dein Kind gibt anderen die Schuld für seine Missetaten

Lösung: Die meisten Eltern sind mit den folgenden Worten vertraut: “Es ist nicht meine Schuld.” Es ist unmöglich, ein Kind für Handlungen zu disziplinieren, für die es keine Verantwortung übernimmt. Anstatt ihm also die Schuld zu geben, solltest du deinem Kind beibringen, die Verantwortung für seine guten und schlechten Entscheidungen zu übernehmen. Der einfachste Weg, das zu tun? Mach die Verantwortung greifbar. “Schreib einen Zettel oder mach ein Schild für dein Kind”, schlägt Lippmann vor. “Kinder lesen deine Notizen immer und schreiben dir vielleicht sogar zurück!” Ein gutes Beispiel: “Lieber Jo, nur zur Erinnerung. Hier ist, was heute vor dem Fernsehen erledigt werden muss. Saubere Kleidung in den Schrank gehängt. Geschirr abgewaschen und abgetrocknet. Hund gefüttert und Gassi geführt. Danke für deine Hilfe. In Liebe, Mama.”

Problem Nr. 7: Dein Kind leidet an einem fortgeschrittenen Fall von “Gimmes”

Lösung: “Für Kinder, die damit kämpfen, wer die Kontrolle hat, hilft es, ihnen die Möglichkeit zu geben, eine Wahl zu treffen, damit sie das Gefühl haben, die Kontrolle zu haben – aber nicht zu viel”, sagt Lippmann. Frag sie, ob sie lieber Toast oder einen Bagel essen wollen. Lass sie wählen, ob sie in der Freizeit eine Geschichte lesen oder ein Spiel spielen wollen. Wenn es beim Baden Schwierigkeiten gibt, lass sie zwischen Dusche und Bad wählen. Du hast immer noch die Kontrolle über den Zeitplan und Dinge, die erledigt werden müssen, werden erledigt, aber jeder hat ein Mitspracherecht.

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