Zu lernen, wie man ein störrisches Kind oder ein Kind, das nicht zuhören will, diszipliniert, stellt Eltern vor besondere Herausforderungen. Einfache Bitten oder sanfte Zurechtweisungen können in Machtkämpfe ausarten. In solchen Momenten verzweifeln Eltern vielleicht daran, dass ihr “stures” Kind einfach “unbestrafbar” ist. Und das kann durchaus der Fall sein. Aber es ist an der Zeit, das Paradigma zu ändern. Bei der Disziplinierung geht es um mehr als nur darum, dass Kinder zuhören und gehorchen – sie ist eine Möglichkeit für Eltern, ihre Grundwerte an ihre Kinder weiterzugeben. Und wenn es darum geht, ein widerspenstiges Kind zu disziplinieren, ist nicht die Bestrafung das Hauptziel, sondern das Setzen von Grenzen.

Der Schlüssel zum Umgang mit einem starrköpfigen Kind ist Autorität

“Wenn du ein willensstarkes Kind hast, das nicht zuhört, das keine Grenzen mag oder sich streitlustig verhält, solltest du dir darüber im Klaren sein, dass du keine Kontrolle über seine Persönlichkeit hast, aber du hast die Kontrolle darüber, wie es lernt”, sagt die Erziehungswissenschaftlerin Elfriede Amort, Gründerin von Proactive Parenting und Autorin von Hör auf zu reagieren und fang an zu antworten.

Laut Amort musst du als erstes klarstellen, dass du deine Autorität nicht aufgibst. “Du ziehst eine Grenze im Sand, die unabhängig von deinen Gefühlen nicht überschritten werden darf”, sagt sie. “Wenn dein Kind einen Wutanfall bekommt, wütend wird, dich anschreit oder sich aggressiv verhält, zeige ihm, wo die Grenze verläuft. Sei der Erwachsene und übernimm die Kontrolle über das Geschehen in der Situation. Sag: “Ich sehe, dass du wirklich wütend bist. Wie kannst du dich besser fühlen? Dieser Ansatz stärkt das Kind und gibt ihm das Gefühl, gehört zu werden.”

Der nächste Schritt, um mit einem schwer zu disziplinierenden Kind Frieden zu schließen, ist das Aufstellen klarer Regeln. “Als Familie müsst ihr euch zu einem normalen Zeitpunkt zusammensetzen – nicht während oder nach einem Konflikt – und Dachregeln aufstellen”, sagt Amort. “Diese Dachregeln sind drei einfache Regeln, die als Navigationsleiste dienen und die Grenzen für das Verhalten festlegen, die für alles gelten: Freundschaften, Schule, Privatleben und öffentliches Verhalten.” Diese drei Regeln lauten: Sei sicher, sei freundlich und sei respektvoll. Mache deinem Kind klar, dass ein Verhalten, das nicht sicher, freundlich und respektvoll ist, nicht angemessen ist.

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Lebe Veränderungen vor, die du von sturen Kindern sehen willst

Es gibt eine Einschränkung: Damit diese Regeln für dein Kind ein effektives Lernmittel sind, musst du sie auch selbst anwenden. Es gibt einen Grund, warum sich die goldene Regel seit jeher bewährt hat. Wir behandeln andere so, wie wir selbst behandelt werden. Wenn du sie also so behandelst, wie du selbst behandelt werden möchtest, werden Respektlosigkeit und Konflikte nicht länger aufrechterhalten. “Mir gefällt die Idee, alles auf Sicherheit, Freundlichkeit und Respekt auszurichten, weil das für alle gilt”, erklärt Amort. “Wenn ein Kind dich anschreit: ‘Ich höre dir nicht zu’ oder ‘Ich hasse dich’, und du mischst dich ein, gerätst du sofort in einen Machtkampf. Unterbrich nicht. Schrei nicht. Reagiere nicht aggressiv auf ihr aggressives Verhalten. Das schafft Feinde in einem Konflikt, und du bist nicht der Feind deines Kindes.”

Der Schlüssel in diesen hitzigen Momenten ist, dein Kind als Individuum zu behandeln. Es ist eine Person mit einer sich entwickelnden Persönlichkeit, auf die du ständig Einfluss nimmst, aber letztlich hast du keine Kontrolle darüber. Erinnere dich daran, was deine Aufgabe ist: Es geht nicht darum, sie zu zwingen, ihr Gemüse zu essen, ihr Spielzeug zu teilen oder ihre Hausaufgaben zu machen. Es geht darum, ein Kind zu erziehen und ihm die Fähigkeit beizubringen, gut zu sich selbst und anderen zu sein.

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