Nur wenige Menschen auf dieser Welt wissen mehr darüber, wie man Babys zum Schlafen bringt, als Krankenschwestern und -pfleger auf Entbindungsstationen. Sie verbringen jeden Tag damit, schreiende, sich windende und verängstigte Menschen zu beruhigen – und dafür zu sorgen, dass es ihren Neugeborenen gut geht. Was sie tun, ist sehr beeindruckend, aber es ist keine Zauberei und es ist nicht einmal besonders schwierig für Menschen, die bereit sind, ihrem Beispiel zu folgen und etwas Zeit zum Üben zu investieren. Wie bei jeder Sportart kommt es auch beim Einschlafen von Neugeborenen auf die Grundlagen an, und diese Grundlagen sind die “Fünf S”, die von Happiest Baby Gründer Dr. Harvey Karp.

Die “Fünf S” sind eigentlich das, was die Krankenschwestern tun”, sagt Christy Brook, die seit 20 Jahren auf der Entbindungsstation arbeitet und im Legacy Randall Children’s Hospital in Portland, Oregon, als Clinical Nurse Educator für Neugeborene tätig ist. “Der einzige Unterschied ist, dass wir es ständig machen, also sind wir wirklich gut darin”.

Die Methode besteht im Wesentlichen aus einem Zyklus von Schritten, die zur Beruhigung und zum Schlaf führen. Zuerst wird das Kind gewickelt und dann auf der Seite oder mit dem Bauch nach unten gehalten (Seite und Bauch zählen übrigens als ein S). Wenn es in dieser Position ist, kann man es beruhigen, sanft schaukeln und ihm etwas zum Nuckeln geben. Diese Schritte werden je nach Bedarf in der richtigen Reihenfolge durchgeführt. Aber schon vorher ist es laut Brook wichtig, dass die Eltern mit der Ruhe beginnen. Ja, sie weiß, dass es schwer ist, ruhig zu bleiben, wenn ein Kleinkind schreit. Aber ohne Ruhe geht nichts. Ruhe ist das A und O für den Schlaf des Kindes. Der Spielplan wird ohne sie nicht funktionieren.

Abgesehen von all den “S” kommt es bei der Beruhigung eines Babys vor allem auf das Selbstvertrauen an. Das ist eine Eigenschaft, die Eltern nicht nur hilft, sich zu konzentrieren, sondern auch das Wissen zu offenbaren, das sie bereits über die Pflege ihres Kindes haben. Mit einem ruhigen Geist scheinen viele der Techniken wie von selbst zu funktionieren.

“Als frischgebackene Eltern wirft dich (die Schlaflosigkeit) aus der Bahn. Deine Energie steigt und die Babys reagieren auf alles um sie herum”, sagt Brook. Anstatt sich zu verkrampfen, rät sie den Eltern, mit Zuversicht zu handeln. “Tu das, was du schon weißt: Rülpsen, füttern, wickeln. Vieles davon ist einfach zu lernen, zu atmen.”

Auch interessant:  Wie du eine körperliche Bindung zu einem Baby aufbaust, das du nicht stillen kannst

Erika Bohn ist Mutter von zwei Kindern und hat vor kurzem ihr erstes Jahr als Geburtshelferin im Presbyterian St. Luke’s Medical Center in Denver, Colorado, abgeschlossen. Sie empfiehlt, die altbewährten Methoden des Wiegens und Wickelns durch taktischen Körperkontakt zu ergänzen, um einem unruhigen Säugling beim Einschlafen zu helfen, indem man die Gefühle des Mutterleibs nachahmt.

“Ich klopfe ihnen auf den Rücken. Manchmal mache ich das in einem Doppelschlag, so wie ein Herzschlag”, sagt Bohn. “Ich will nicht sagen, dass ich es mit Gewalt tun soll, aber ein kräftiger Klaps wirkt beruhigend auf sie, fast wie eine körperliche Ablenkung, die ihnen hilft, mit dem Weinen aufzuhören und einzuschlafen.”

Jede Art von wiederholter Berührung kann zu einem ruhigeren Übergang in den Schlummer führen. Das kann das kreisförmige Reiben des Kopfes sein oder das Streicheln des Ohrläppchens zwischen Daumen und Zeigefinger. Der Trick ist, so viele Methoden wie möglich auszuprobieren, um zu sehen, was am besten funktioniert. Das kann ganz schön schräg werden.

“Wenn man ganz sanft und langsam über die Stirn reibt, schließen sie fast sofort die Augen”, sagt Bohn. “Je jünger sie sind, desto besser funktioniert es. Es ist lustig, denn als Kind habe ich meine Katze immer so gestreichelt – manchmal auch an der Nase, so eine Art T-Zone über den Augenbrauen und an der Nase entlang. Das funktioniert wirklich gut.”

Und schließlich sollten sich Eltern nicht durch Schlafmangel beunruhigen lassen, wenn ihre Babys nach Hause kommen. Instinktiv glauben Eltern, dass mit einem Kind, das nicht schläft, etwas nicht stimmt. Dem ist aber nicht so. Sie haben nur verrückte kurze Schlafzyklen. Deshalb ist es manchmal am besten, gar nicht einzugreifen. Vielleicht schläft das Kind von selbst wieder ein. Wenn nicht, fang an zu rütteln.

Mitarbeiter