Für alle Eltern geht es beim erfolgreichen Töpfchentraining darum, einen kühlen Kopf zu bewahren und den Kindern beizubringen, die Dringlichkeit zu erkennen, ihre Muskeln zu kontrollieren und selbst zu entscheiden, wann sie auf die Toilette gehen. Außerdem braucht es Geduld und die Unterdrückung des Würgereflexes. Aber Eltern, die Jungen aufs Töpfchen gehen lassen, stehen vor einem besonderen Problem: Im Gegensatz zu Mädchen haben Jungen die Fähigkeit zu zielen. Sie haben aber auch die Fähigkeit, daneben zu gehen.

“Die meisten Jungen fangen im Sitzen an, weil es einfacher ist, den Harnstrahl zu kontrollieren als im Stehen”, sagt Dr. Howard J. Schaffner, MD. “Wenn ein Junge aber unbedingt aufstehen will (wie sein Vater), ist das auch in Ordnung.”

Tipps für das Töpfchentraining von Jungen

  • Verkürze die Reichweite – wenn das Ziel ein Problem ist, lass die Jungen nahe am Töpfchen stehen und ihren Penis festhalten, um den Strahl zu kontrollieren.
  • Das Töpfchentraining außerhalb des Badezimmers durchführen – das Töpfchentraining im Freien kann dazu beitragen, dass die ersten wackeligen Pinkelversuche ein Kinderspiel werden.
  • Zielscheiben erworben – schwimmende Zielscheiben ermutigen zum Pinkeln in die Toilette, aber sie verbessern nicht unbedingt das Zielen. Je mehr Mal ein Kind im Stehen pinkeln muss, desto besser wird es darin.

Ein engagiertes Kind, dessen Enthusiasmus für das Töpfchentraining größer ist als seine Zielgenauigkeit, ist nicht das Schlimmste, mit dem Eltern umgehen müssen. Und es ist auch nicht das Schlimmste, was Eltern aufräumen müssen. Trotzdem kann es mühsam sein, jedes Mal die “Tropfzone” rund um die Toilettenschüssel zu säubern, besonders bei unbeschnittenen Jungen.

“Bei unbeschnittenen Jungen ist der Harnstrahl weniger vorhersehbar, aber in beiden Fällen bitten wir sie, sich nahe an die Toilette oder das Töpfchen zu stellen und das andere Ende des Penis zu halten, wenn sie pinkeln”, empfiehlt Schaffner. “Das erfordert natürlich viel Übung.”

Und Übung ist tatsächlich die Lösung. Dr. Schaffner empfiehlt eine Technik für die gemäßigten Jahreszeiten, die Jungen hilft, das Zielen zu verstehen, während das Toilettentraining Spaß macht. Es ist im Grunde ein Bootcamp für das Toilettentraining zu Hause. Das hört sich anstrengender an, als es ist – aus der Sicht des Kindes ist es ein Spiel.

Auch interessant:  Wie man eine Dad-Klasse findet (was jetzt eine Sache ist)

“Du fängst damit an, dass du gemeinsam in den Laden gehst und ein paar salzige Snacks und eine Tüte Süßigkeiten kaufst, die das Kind mag”, rät Schaffner. “Dann gehst du mit den Snacks und dem Töpfchen nach draußen, nur du und dein Kind. Sag deinem Sohn, dass es ein Töpfchenspiel gibt, das viel Spaß macht, und lass ihn dann alles ausziehen, außer sein Hemd und seine Schuhe.”

Die Eltern sollten dafür sorgen, dass die Süßigkeiten – die der Preis des Spiels sind – außer Reichweite, aber noch sichtbar für das Kind sind. Ältere Geschwister sollten sich während des Spiels nicht im Garten aufhalten – das ist nur ein Spiel für den aufkeimenden Toilettengänger (und ein bisschen genehmigte Penis-raus-Zeit). Das Schöne an dieser Methode ist, dass es keine große Sache ist, wenn der kleine Junge unweigerlich die Toilette verfehlt. Es ist nur ein kleines Pipi im Gras.

“Das Kind merkt nicht, dass es mehr pinkeln muss, wenn es mehr trinkt, aber du bringst es zum Trinken, indem du ihm die salzigen Snacks gibst”, sagt Schaffner. “Wenn es auf das Töpfchen pinkeln möchte, kann es das tun und bekommt dann sein Leckerli. Wenn er es nicht aufs Töpfchen schafft, bekommt er ein Schulterklopfen, weil er es versucht hat, aber er muss aufs Töpfchen gehen, um das Bonbon zu bekommen.”

Diese Übung ist nicht besonders anstrengend – sie dauert nur etwa eine halbe Stunde, höchstens sechzig Minuten. Wenn das Kind die Lust verliert, ist das Spiel vorbei. Alle gehen wieder rein. Die Toilette wird wieder dahin gestellt, wo sie hingehört. Die Süßigkeiten bleiben vielleicht an einem sichtbaren, aber sicheren (und unzugänglichen) Ort.

“Sag deinem Kind, dass ihr das Spiel morgen wieder spielen könnt, wenn es das möchte, aber mach den Vorschlag, wenn es dafür empfänglich scheint. Wenn es sich bei einem dieser Schritte sträubt, dränge es nicht. Es muss Spaß machen, sonst wird es nicht funktionieren”, warnt Schaffner.

Das Töpfchentraining kann im Haus fortgesetzt werden, mit dem gleichen Belohnungssystem – Süßigkeiten und Lob. Wenn es mal daneben geht, ist das nicht das Ende der Welt. Versäumnisse, Unordnung, Unfälle – all das ist Teil des Plans.

Auch interessant:  Gute Kommunikation beginnt damit, dass du dein Kind verstehst