Flüssigkeitszufuhr ist ein Schlagwort in der Wellness-Branche, denn Gesundheitsgurus drängen die Menschen dazu , immer mehr Wasser zu trinken. Aber während das Thema Wasser bei Erwachsenen immer mehr in den Vordergrund rückt, werden die angeblichen gesundheitlichen Vorteile der Flüssigkeitszufuhr zunehmend auf Kinder übertragen. Kinder brauchen zwar viel Flüssigkeit, aber ihre Bedürfnisse sind sehr spezifisch und stehen meist im Widerspruch zum neuesten Gesundheitstrend. Wann sie Wasser brauchen, wie viel sie brauchen und woher es kommen sollte, ist alles reif für eine Entlarvung.

Hier sind vier Mythen zum Wassertrinken, mit denen Eltern aufräumen sollten:

Mythos Nr. 1: Babys brauchen Wasser, um hydriert zu sein

Der “Trink mehr Wasser”-Trend ist für Babys besonders gefährlich. Es scheint völlig vernünftig, dass Eltern eines Babys die Vorteile von Wasser an einem heißen Tag für Erwachsene mit den Vorteilen für ihr Kind gleichsetzen. Aber ein Baby, das Wasser trinkt, riskiert Krampfanfälle und sogar den Tod.

Babys sind so konzipiert, dass sie ihre gesamte Flüssigkeitszufuhr von der Mutter erhalten (mit einer winzigen zusätzlichen Menge Wasser aus der Nahrung, wenn sie anfangen, feste Nahrung zu schlucken). Abgesehen von der Muttermilch ist die Wassermenge, die der Milchnahrung zugesetzt wird, ein bestimmtes Verhältnis, das für ein Baby sicher ist.

Wenn du deinem Baby zusätzliches Wasser gibst, kann das sein System überfluten und seine Elektrolyte aus dem Gleichgewicht bringen. Ein bestimmter Kalium- und Natriumgehalt ist wichtig für die korrekte Funktion des Nervensystems eines Babys, und eine übermäßige Verdünnung kann zu Desorientierung, Krampfanfällen und sogar zum Tod führen. In der Regel empfehlen Kinderärzte, dass Babys kein Wasser trinken, bevor sie 12 Monate alt sind.

Mythos Nr. 2: Wasser aus Flaschen ist besser für Kinder als Leitungswasser

In Anbetracht der Bleikrise in Flint ist es nur logisch, dass Kinder nur abgefülltes Wasser trinken sollten. Und in Fällen, in denen das Leitungswasser Blei enthält, ist das auch richtig. Studien zeigen jedoch, dass das Risiko einer Bleibelastung durch Leitungswasser verschwindend gering ist und dass Kinder, die ausschließlich Wasser aus Flaschen trinken, die Vorteile der Fluoridierung des städtischen Wassers für ihre Zähne nicht nutzen können. Außerdem deuten Studien darauf hin, dass das Wasser in den Flaschen Mikroplastikpartikel enthält, und es ist noch nicht klar, ob die Aufnahme von kleinen Plastikteilen langfristig gesundheitsschädlich ist.

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Solange du nicht in einem mit Kalk Überfluteten Gebiet wohnst, ist ein kaltes Glas Leitungswasser vielleicht die sicherste Lösung.

Mythos Nr. 3: Saft ist genauso gut wie Wasser

Saft und Sportgetränke können zwar den Durst eines Kindes stillen, aber beide haben etwas, was das gute alte Wasser nicht hat: zusätzliche Kalorien aus Zucker. Und da die Fettleibigkeitsepidemie immer noch in vollem Gange ist, empfiehlt die American Association of Pediatrics (Amerikanische Vereinigung für Kinderheilkunde), dass Eltern ihre Kinder weit von Saftpackungen und Sportgetränken fernhalten sollten. Wenn dein Kind nicht gerade ein Hochleistungssportler ist, der stundenlang schwitzt, nützen die zusätzlichen Elektrolyte in den durchschnittlichen Sportgetränken auch nicht wirklich viel. Wasser reicht völlig aus, und zwar ohne all das Zeug, das dein Kind dick machen kann.

Mythos Nr. 4: Kinder trinken einfach nicht gerne Wasser

Es liegt nicht daran, dass Kinder Wasser langweilig und furchtbar finden, sondern daran, dass sie mit süßen Getränken konfrontiert werden, die direkt in ihr Belohnungssystem eingreifen. Tatsache ist, dass Kinder, die sich an Wasser gewöhnen, es trinken, wenn sie durstig sind. Die Aufgabe der Eltern ist es also, den Kindern zu helfen, diese Gewohnheit zu entwickeln.

Am besten fangen Kinder mit Wasser an, sobald sie in der Lage sind, es zu trinken, etwa ein Jahr nach der Geburt. Wenn sie sich angewöhnen, ihren Durst mit Wasser zu löschen, bevor sie auf Geburtstagsfeiern und in der Schule mit Süßigkeiten konfrontiert werden, sollte das kein Problem sein. Auch wenn Wasser an sich keinen besonderen Reiz hat, heißt das nicht, dass das Trinken langweilig sein muss. Fülle Wasser in bunte Becher und biete Strohhalme mit verrückten Formen an. Kinder haben erstaunlich einfache Vorlieben.

Einer dieser Geschmäcker sollte Wasser sein.

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