Für jeden Menschen, der ein Kind hat, gibt es eine Meinung darüber, wie Kinder erzogen werden sollten. Sei streng. Sei nachsichtig. Setze Grenzen. Locker bleiben. Und obwohl es sicherlich mehr als einen Weg gibt, Kinder zu disziplinieren, scheinen einige wenig effektive Methoden die öffentliche Meinung zu erobern und zu den beliebtesten Strategien zu werden, obwohl die meisten Experten davon abraten. Führt dich deine Disziplinierungstaktik auf den falschen Weg? Schau dir diese fünf populären Theorien an, die einfach nicht funktionieren (und lerne, was tatsächlich funktioniert).

Lüge Nr. 1: Bestrafung verhindert verwöhnte Kinder

Es liegt nahe zu denken, dass Kinder verwöhnt sind, weil sie Eltern haben, die ihnen geben, was sie wollen. Aber es ist ein Fehler, Disziplin mit Bestrafung gleichzusetzen, sagt die Erziehungsexpertin Annika Murr. Du musst ein Kind, das sich daneben benimmt, nicht auf sein Zimmer schicken, um die Hausregeln durchzusetzen. “Disziplin kommt von dem Wort für Lehre”, sagt Murr. “Nutze die unangemessenen Handlungen deines Kindes als Gelegenheit, um alternative Verhaltensweisen in dieser Situation zu besprechen, damit es das nächste Mal besser damit umgehen kann.

Lüge Nr. 2: Ohne Fleiß kein Preis

Zunächst einmal sollten wir uns darüber im Klaren sein, dass die Bestrafung eines Kindes niemals die beste Lösung ist und nicht zu den gewünschten langfristigen Verhaltensänderungen führt. Schmerzhafte Bestrafung kann auch eine psychologische Form annehmen und ist genauso schädlich für die Entwicklung deines Kindes. Ein Kind zu beschimpfen, es auf sein Zimmer zu schicken oder ihm sein Lieblingsspielzeug wegzunehmen, verstärkt das Negative, ohne ihm beizubringen, wie es sich beim nächsten Mal bessern kann. “Wenn ich einem Kind etwas wegnehme und es unglücklich mache, wie hilft das seinem Wachstum?”, fragt Murr. Ohne eine gegenseitige Diskussion darüber, was sie beim nächsten Mal besser machen können, gibt es keinen Grund, ein anderes Ergebnis zu erwarten. “Die Vorstellung, dass jemand, der sich schlecht fühlt, sich bessert, ist falsch”, sagt Murr.

Lüge Nr. 3: Sie wollen böse sein

Wenn dein Kind etwas tut, das dir nicht gefällt, kannst du sicher sein, dass es das tut, weil es ihm eine gute Idee zu sein scheint, und nicht, weil es ein schlechter Mensch sein will. Im Eifer des Gefechts ist das oft schwer zu erkennen, aber die effektivste Art der Erziehung ist es, das Kind nicht zu kritisieren, sondern sich auf das Verhalten zu konzentrieren. “Es ist ein häufiger Fehler, dass Eltern denken, wenn ich ihr sage, dass sie schlecht ist und sie genug bestrafe, wird sie sich bessern wollen”, sagt Murr. In Wirklichkeit sagst du deinem Kind aber, dass es nicht gemocht wird, nicht erwünscht ist und nicht gut genug ist – emotionale Narben, die weit in die Zukunft reichen können.

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Lüge Nr. 4: Autorität ist entscheidend

Was du wirklich erreichen willst, ist ein gesunder Respekt zwischen dir und deinem Kind zu schaffen. Kinder, die ihre Eltern respektieren, tun eher das, worum sie beim ersten Mal gebeten werden, weil sie aus Erfahrung gelernt haben, dass es normalerweise einen guten Grund für die Bitte gibt. “Autorität bedeutet, ‘Ja’ oder ‘Nein’ zu sagen, weil man die Macht dazu hat”, sagt Murr. “Das bedeutet nicht, dass ein Kind dich respektiert, sondern nur, dass du mehr Macht hast. Respekt entsteht, wenn du einem Kind deine Entscheidungen erklärst und es in den Prozess einbeziehst, um zu verstehen, warum eine Idee gut oder schlecht ist.”

Lüge Nr. 5: Kompromiss ist ein Schimpfwort

Irgendwann hat das Konzept des Verhandelns mit einem verstörten Kind einen schlechten Ruf bekommen – das heißt, dass es gleichbedeutend mit Nachgeben ist, wenn du über ihre wutentbrannten Forderungen diskutierst. Eigentlich geht es darum, deinem Kind Lebenskompetenzen beizubringen. “Du willst ein Kind großziehen, das weiß, wie man Kompromisse eingeht”, sagt Murr. So funktioniert es: Du bittest dein Kind, die Spülmaschine auszuräumen. Ein paar Stunden später hat es das noch nicht getan. Jetzt will es, dass du es zu einem Freund fährst, um mit ihm zu spielen. “Das ist deine Gelegenheit zu sagen: ‘Ich habe dich gebeten, etwas für mich zu tun, und jetzt bittest du mich, etwas für dich zu tun'”, sagt Murr. “Sag ihnen: “Irgendetwas fühlt sich nicht richtig an – kannst du dir vorstellen, wie man das in Ordnung bringen kann? Durch diese Gespräche lernt dein Kind, dass die Welt aus Geben und Nehmen besteht. Keine Bestrafung kann diese Wirkung haben.

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