Kooperatives Spielen ist ein wichtiger Teil des Lernens. So lernen Kinder zu führen, sich in zwischenmenschlichen Beziehungen zurechtzufinden und ihre eigenen Bedürfnisse mit anderen Menschen auszuhandeln. Aber ohne gemeinsame Interessen, die Freundschaften entstehen lassen, ist kooperatives Spielen für manche Kinder eine harte Nuss – und alleine im Sandkasten zu spielen ist kein Weg, um zwischenmenschliche Fähigkeiten zu entwickeln. Die meisten Eltern sind sich dessen bewusst und sind deshalb umso besorgter, wenn sie feststellen, dass ihr Vorschulkind ein Mauerblümchen ist. Aber mit einem soziologischen Blick auf die Vorschule können Eltern ihrem Kind helfen, besser Freunde zu finden – bis zu einem gewissen Grad.

“Wir können uns nur begrenzt in das Leben unseres Kindes einmischen. Es ist nicht so, als würden wir ein Schachbrett manipulieren”, sagt Dr. Kathryn Hirsh-Pasek, Professorin an der Temple University, Forscherin im Bereich frühkindliche Bildung und Verfechterin der Sozialtechnik im Vorschulalter. Hirsh-Pasek hält es für wichtig anzuerkennen, dass Vorschulkinder formbare Wesen mit wechselnden Freundschaften sind, und dass sie als solche sowohl respektiert als auch in Bezug auf ihre tatsächlichen Beweggründe verstanden werden sollten. “Sie werden die Kinder mögen, die das Spielzeug haben, das sie mögen, und die Spiele spielen, die sie spielen wollen”, sagt sie.

Wie du einem Vorschulkind hilfst, Freunde zu finden

  • Lerne die Namen der anderen Kinder in der Vorschulklasse, indem du dir eine Klassenliste besorgst
  • Stelle dem Vorschulkind gezielte Fragen zum Spielen mit Gleichaltrigen, um herauszufinden, was jedes Kind mag
  • Finde Übereinstimmungen und verabrede dich mit Gleichaltrigen, je nachdem, was das Vorschulkind über seine Mitschüler erzählt.
  • Sei dir bewusst, dass Freundschaften im Vorschulalter dynamisch und wandelbar sind, und versuche, dir nicht zu viele Sorgen zu machen.

Einem Vorschulkind zu helfen, mehr und bessere Freundschaften zu entwickeln, bedeutet vor allem, ihm zu helfen, sich an den Interessen seiner Altersgenossen zu orientieren. Aber Eltern müssen erst einmal wissen, wer diese Gleichaltrigen überhaupt sind, erklärt Hirsh-Pasek. “Ob du es glaubst oder nicht, das Erste, was Eltern tun können, ist, die anderen Kinder in der Klasse kennen zu lernen”, erklärt sie. “Wenn du die Namen der anderen Kinder in der Klasse kennst, kannst du am Ende des Tages mit deinem Kind reden, indem du gezielte Fragen stellst, um ein Gefühl für den Schultag zu bekommen.”

Auch interessant:  Wie du deine Kinder emotional auf den Schulbeginn vorbereitest

Hirsh-Pasek empfiehlt, mit einer Klassenliste zu beginnen und einfach gezielte Fragen zu stellen: “Hast du heute mit Johnny gemalt? Hast du mit Jill einen Snack gegessen? Hast du mit Lucy auf dem Spielplatz gespielt?” Diese Fragen veranlassen ein Vorschulkind dazu, mehr zu sagen als das typische “Wie war dein Tag”-Achselzucken. Unweigerlich erhalten die Eltern Einblicke und Korrekturen von ihrem Kind: “Jill mag keine Rosinen. Ich habe mit Greg gespielt, nicht mit Lucy.  Johnny mag es, Monster zu malen.” Diese Informationen bilden dann die Grundlage für den Aufbau von Freundschaften im Vorschulalter.

“Es dauert nur etwa zwei Wochen, bis du eine vollständige soziologische Karte des Klassenzimmers hast”, sagt Hirsh-Pasek. “Du kannst herausfinden, wer sonst noch gerne puzzelt, und dich dann mit dem Kind zum Spielen verabreden, es einladen oder ein Eis essen gehen.

Das setzt natürlich voraus, dass die Eltern ihrem Kind die nötigen Fähigkeiten beigebracht haben, damit es nicht von vornherein zu einem Ausgestoßenen in der Vorschule wird. Diese Fähigkeiten? Teilen, Selbstbeherrschung und Einfühlungsvermögen.

Aber das sind nicht die einzigen Fähigkeiten, die Eltern ihrem Kind beibringen sollten, meint Hirsh-Pasek. Das Kind sollte genauso viel über Gleichaltrige lernen wie seine Eltern. “Stell sicher, dass sie die Kinder in ihrer Klasse kennen und dir eine Sache sagen können, die ein anderes Kind mag”, sagt sie. “Je mehr sie die anderen Kinder kennenlernen, desto mehr hilfst du ihnen dabei, herauszufinden, was sie tun und worüber sie mit den anderen Kindern reden können.

Aber manchmal hilft all das wenig, um den elterlichen Ärger über ein Kind, das ein Einzelgänger zu sein scheint, zu lindern. Um diese Angst zu lindern, sollten Eltern mit der Vorschullehrerin ihres Kindes sprechen, um herauszufinden, ob es ein Problem gibt, das von einem Fachmann behandelt werden muss. Es ist möglich, dass ein Kinderpsychologe hinzugezogen werden muss, aber die Chancen dafür sind gering. Wahrscheinlicher ist, dass die Eltern daran arbeiten sollten, ihre eigenen Erwartungen an ihr Kind zu erfüllen.

“Das Wichtigste ist, dass du deinem Kind das nötige Rüstzeug mitgibst”, sagt Hirsh-Pasek. “Und versuche, die Sache nicht zu ernst zu nehmen. Denn morgen ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass es sich wieder umdreht und sich erneut ändert.”

Auch interessant:  Wie man Babys während der Grippesaison vor einer Erkrankung bewahrt
Mitarbeiter