Schnuller werden fast überall als Mittel zur Beruhigung und zum Trost von Säuglingen akzeptiert. Daher ist der Schnuller ein allgegenwärtiges Symbol der frühen Kindheit. Der gute alte Schnuller ziert Babyparty- und Geburtsanzeigen und ist der ständige Begleiter von Figuren wie Lisa Simpson und Boss Baby. Im ersten Lebensjahr eines Kindes sind die meisten Fremden froh, wenn sie den Mund des Babys hinter dem ständig pulsierenden Plastikstöpsel sehen.

Aber weil Schnuller so weit verbreitet sind – und das zu Recht, denn sie helfen Babys bei der Selbstberuhigung und verringern das SIDS-Risiko – werden ihre eher mythischen Eigenschaften oft als Tatsache akzeptiert. Die Wahrheit ist jedoch, dass der richtige Gebrauch von Schnullern ein wenig mehr Nachdenken und weniger Volksweisheit erfordert.

Schnuller-Mythos Nr. 1: Die 5-Sekunden-Regel gilt auch für Schnuller

Es ist wichtig zu wissen, dass Schnuller schmutzig werden können und auch werden. Es dauert nur einen Moment, bis sich ein Krankheitserreger, der auf dem Boden liegt, auf dem feuchten Plastik eines Schnullers festsetzt und ein Kind infiziert.

Manche Eltern sind jedoch der Meinung, dass ein paar Keime das Immunsystem des Kindes nur stärken können. Aber auch wenn der Kontakt mit den begrenzten Keimen des täglichen Lebens eine gute Sache ist, gibt es noch viel mehr, das mit dem Boden in Berührung gekommen ist und für ein Kind unglaublich schädlich sein kann. Das gilt besonders in Gegenden, in denen Pestizide und Hundekot häufig vorkommen.

Manche Eltern glauben, dass sie das Problem mit dem Hundekot und den Pestiziden umgehen können, indem sie den Schnuller kurz im Mund waschen, bevor sie ihn dem Baby zurückgeben. Das ist eine schreckliche Idee, denn so kann das Kind alles Mögliche übertragen, vom Herpesvirus über Erkältungen bis hin zu den Keimen, die Karies verursachen.

Schnuller-Mythos Nr. 2: Schnuller sollten weggeworfen werden, sobald sie fallen gelassen werden

Es gibt einen Werbespot im Fernsehen, in dem eine unglückliche Mutter zu sehen ist, die ständig Schnuller wegwirft und neue Schnuller bestellt, nachdem sie auf den Boden gefallen sind. Das ist völlig unnötig und verschwenderisch.

Ein Schnuller, der mit dem Boden in Berührung gekommen ist, kann leicht gewaschen werden. Wenn ein Elternteil einen Ersatzschnuller hat, kann er den schmutzigen Schnuller mit nach Hause nehmen und in der Spülmaschine oder in warmem Seifenwasser reinigen. Wenn kein Ersatzschnuller zur Hand ist und die Eltern in der Nähe eines Wasserhahns sind, reicht es, den Schnuller unter warmem Wasser abzuspülen.

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Schnuller-Mythos Nr. 3: Schnuller verursachen immer Zahnprobleme

Schnuller verursachen nicht per se Zahnprobleme. Tatsächlich ist es unwahrscheinlich, dass der Schnullergebrauch bis zum Kleinkindalter die Zähne eines Kindes so beeinträchtigt, dass Korrekturmethoden wie Zahnspangen oder andere kieferorthopädische Maßnahmen erforderlich werden.

Wenn ein Kind jedoch über das 4. Lebensjahr hinaus (wenn die ersten Zähne kommen) ständig an einem Schnuller saugt, besteht die Gefahr, dass sein Mund um den Schnuller herum wächst. Das kann zu einer ausgeprägten Wölbung der Vorderzähne führen

Für die meisten Babys und Kleinkinder sind Zahnfehlstellungen aufgrund des Schnullers kein Problem. Wenn Eltern wirklich besorgt sind, können sie die Kiefer- und Gesichtsentwicklung ihres Kindes von einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt beobachten lassen, wenn die Schnullerbenutzung nach dem vierten Lebensjahr nicht nachlässt.

Schnuller-Mythos Nr. 4: Schnuller sollten bei der Geburt eingeführt werden

Schnuller können Kindern zwar helfen, sind aber keineswegs notwendig. Der starke Sauginstinkt des Säuglings wird besser genutzt, um das Stillen in den ersten Wochen fest zu etablieren. Erst danach sollte ein Kind einen Schnuller zum Schlafen oder zur Beruhigung bekommen.

Ohne Schnuller finden manche Babys Trost im Lutschen am Daumen oder an den Fingern. Daumenlutschen ist für Kinder ganz natürlich. Sie tun es sogar schon im Mutterleib. Und wenn ein Kind wächst und das Bedürfnis entwickelt, beide Hände zum Spielen zu benutzen, kann es ihm leichter fallen, sich das Daumenlutschen abzugewöhnen, als den Schnuller loszulassen.

Schnuller-Mythos Nr. 5: Schnuller in Honig oder Alkohol eintauchen, um die beruhigende Wirkung zu verstärken

Die Praxis, Schnuller in Honig, Zuckerwasser oder Alkohol zu tauchen, um die beruhigende Wirkung zu erhöhen, ist äußerst problematisch. Zuckerwasser zum Beispiel kann zu Karies und Fäulnis der Milchzähne führen und fügt dem Baby unnötige Kalorien zu. Honig ist gefährlich, weil er das Risiko von Botulismus und Tod birgt, und der frühe Kontakt mit Alkohol kann zu langfristigen gesundheitlichen Folgen bis weit ins Erwachsenenalter führen.

Es ist viel besser, einen Schnuller schön sauber zu lassen. Er wird seine eigene beruhigende Wirkung entfalten.

Schnuller-Mythos Nr. 6: Eltern sollten Kleinkinder beschämen oder bestechen, damit sie ihren Schnuller aufgeben

Viele Kinder, die sich selbst überlassen werden, geben ihren Schnuller schließlich auf, ohne dass es besonderer Zeremonien, Bestechung oder Beschämung durch die Eltern bedarf. Diese Distanzierung vom Schnuller findet oft schon im Vorschulalter statt, wenn sie Gleichaltrige sehen, die keinen Schnuller benutzen und unter Gruppendruck stehen.

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Das ist ein viel gesünderer Übergang, als gezwungen oder überredet zu werden, den Schnuller aufzugeben. Außerdem kann der Stress, auf den Schnuller verzichten zu müssen, nach hinten losgehen und dazu führen, dass ein Kind seinen Schnuller noch mehr benutzen will.

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