Kinder im Kindergartenalter, die unter Schulangst leiden, können sich auf eine Art und Weise verhalten, die sie emotional unreif oder unsozial erscheinen lässt. Es ist möglich, dass sie eines oder beides davon sind. Es kann aber auch sein, dass sie aus verständlichen Gründen einfach nur nervös sind. Kinder, die in die Schule kommen und in der Vorschule kaum vorbereitet wurden oder nur wenig Erfahrung mit Gleichaltrigen Gruppen haben, sind wahrscheinlich zu Recht nervös. Es ist eine aufregende Sache. Bevor der Druck in der Schule dazu führt, dass sich ein Kind zurückzieht oder ausrastet, müssen die Eltern die Ängste direkt angehen.

Der Prozess sollte damit beginnen, dass die Eltern wirklich herausfinden, wo die Probleme liegen, erklärt Joani Geltman, Klinikerin, Elterncoach und Professorin für Kinderentwicklung. “Was ist da los? Was führt dazu, dass ihr Kind frustriert ist und einen Wutanfall bekommt oder im Unterricht nicht redet?”, ermutigt sie die Eltern zu fragen. “Finde von der Lehrerin oder dem Lehrer heraus, wann und unter welchen Umständen das Kind Angst hat.

Wie du einem Kind mit Schulangst helfen kannst

  • Sprich mit der Lehrerin/dem Lehrer des Kindes, um eine Partnerschaft aufzubauen und sie/ihn bei der Lösung des Problems mit ins Boot zu holen.
  • Bestimme den genauen Umstand oder die Umstände, die dem Kind Angst machen.
  • Erkenne die Angst an, anstatt sie herunterzuspielen, indem du dem Kind sagst, dass es nichts zu befürchten hat.
  • Übe zu Hause in Rollenspielen, die als Spiel getarnt sind, wie du in beängstigenden Situationen reagieren kannst.
  • Fördern Sie adaptive Maßnahmen im Klassenzimmer, die es dem Kind ermöglichen, Fähigkeiten zu üben, die es sicher beherrscht, anstatt es in die Enge zu treiben.

Natürlich müssen einige Dinge geschehen, damit die Eltern das Problem verstehen. Von Anfang an sollten die Eltern eng mit den Lehrkräften zusammenarbeiten. “Man nennt das eine Partnerschaft”, erklärt Geltman, denn Lehrer/innen gehen auf Eltern ein, die um Hilfe bitten. Und es ist keine Schande, zu fragen. Nicht alle Erziehungsaufgaben sind intuitiv. “Manchmal brauchen Eltern auch eine Anleitung. Es ist nicht etwas, das ihnen in den Schoß fällt.”

Was natürlich ist, ist das Bedürfnis, die Ängste eines Kindes zu beruhigen. Aber manchmal ist das Beschwichtigen unangebracht und wirkt eher wie ein Versuch, die Angst des Kindes zu minimieren. “Sie versuchen, dem Kind die Angst zu nehmen, anstatt zu erkennen, was es fühlt”, sagt Geltman. Aber zuerst muss man die Gefühle verstehen. Ein bisschen Einfühlungsvermögen legt den Grundstein für einen Weg nach vorn. “Es muss einen Prozess geben, um ein Kind von der Angst zur Angstfreiheit zu führen. Setze dir ein Ziel, um Vertrauen aufzubauen. Gehe schrittweise vor.”

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Wenn sich Eltern und Lehrer/innen darüber einig sind, wo Kinder am ängstlichsten sind, und wenn diese Angst anerkannt und nicht verharmlost wird, können die Eltern damit beginnen, das Kind in Richtung Selbstvertrauen zu coachen. Wichtig dabei ist, dass das Coaching mit Übung verbunden ist. Eltern sollten nicht erwarten, dass Kinder, die an die neue Schulrealität nicht gewöhnt sind, einfach ins Wasser springen und anfangen zu schwimmen. Sie müssen vielleicht erst üben, selbstbewusst zu sein, bevor sie es tatsächlich werden.

“Stell diese Situationen zu Hause nach und mach ein Spiel daraus”, sagt Geltman. Das kann bedeuten, dass du den Stuhlkreis oder die Pause im Rollenspiel nachstellst, indem du Stofftiere als Ersatz für deine Freunde nimmst. Es könnte bedeuten, dass du das Vorzeigen und Erzählen übst oder ein “Schulspiel” spielst, bei dem du von einer Lehrkraft aufgerufen wirst. Oder man übt gezielt kurze Spielstunden mit anderen Kindern.

“Es sollte kein Vortrag sein”, sagt Geltman. “Es geht nur ums Üben.”

Und mit den Lehrern als Partner können sich die Eltern mit der Klasse abstimmen. Wenn eine Fähigkeit, wie z. B. während des Stuhlkreises anwesend und aktiv zu sein, geübt wurde, kann sie anschließend auf die Probe gestellt werden. “Die Lehrkraft kann ein kleines direktives Gespräch führen, weil sie das schon geübt hat”, erklärt Geltman. “Du willst positive Erfahrungen sammeln, die sie dann in die Schule mitnehmen.

Abgesehen von der Übung sollten Eltern und Lehrkräfte auch daran denken, sich anzupassen. Vielleicht muss ein Kind beim Vorzeigen und Erzählen nicht vor der ganzen Klasse sprechen, sondern nur vor ein paar vertrauten Freunden. Vielleicht kann es auch ein Bild zeigen, anstatt zu sprechen. “Anstatt sie in Angst zu versetzen, solltest du ihnen etwas geben, was sie sich bereits zutrauen, anstatt sie in die Enge zu treiben”, sagt Geltman.

Mit etwas Übung und Anpassung sollte ein Kind mit Schulangst schließlich in der Lage sein, auf seine eigene Art und Weise erfolgreich zu sein. “Vielleicht wird es nicht das Kind sein, das im Klassenzimmer tausendmal die Hand hebt”, sagt Geltman. “Aber wenn sie ein Fach beherrschen, werden sie in der Lage sein, die Hand zu heben, weil sie geübt haben und das Schlimmste, von dem sie dachten, es würde passieren, nicht eingetreten ist.”

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