Es ist schwer, ein ruhiges Elternteil zu sein. Die Mangel an Schlaf, die Unsicherheit der Unerfahrenheit, der sozialen Drucks von anderen Menschen – all das untergräbt die Bemühungen, gelassen zu bleiben. Eltern sollten nicht die Beherrschung verlieren, aber sie tun es unweigerlich. Und das ist für Kinder sehr beunruhigend. Wenn das oft passiert früh im LebenUntersuchungen zeigen, dass der Stress, dem Wutausbrüche ausgesetzt sind, zu Verhaltensmustern führen kann, die sich auf die spätere Sozialisation, das Gefühlsmanagement und das Selbstwertgefühl auswirken. Wutausbrüche können sogar zu Angstzuständen und Zwangsstörungen führen. Auch wenn die ideale Lösung darin besteht, ruhig zu bleiben, ist die praktikablere Lösung, zu wissen, wie man ein Kind beruhigt.

“Kinder lernen ständig von ihrer Umgebung, vor allem von ihren primären Beziehungen”, erklärt Adelina Gothard, Familientherapeutin und Spezialistin für psychische Gesundheit im Kindesalter in Wien. “Brüche und Konflikte sind unvermeidlich. Aber die Behebung dieser Brüche stärkt die Beziehungen und schafft die Grundlage für Vertrauen, Komfort und Sicherheit.”

Gothard hat vier Schritte herausgearbeitet, mit denen Eltern ihren Kindern helfen können, die beängstigende Erfahrung, Zeuge der Wut eines Elternteils zu werden, zu verarbeiten. Und das ist Arbeit – so zu tun, als wäre es nicht passiert, ist keine Lösung. Wenn Kinder diese Emotionen und Erfahrungen alleine verarbeiten müssen, können sie daraus sehr ungesunde Schlüsse ziehen.

Wie man ein Kind nach einem Streit mit Mama oder Papa beruhigt

  • Beruhige dich. Die Eltern müssen ihre eigenen Emotionen regulieren, bevor sie das Geschehene ansprechen.
  • Denke darüber nach, was das Kind gesehen und erlebt hat. Die Wut der Eltern ist sehr beängstigend und möglicherweise bedrohlich für ein Kind. Die Eltern sollten sich das Geschehen aus der Perspektive des Kindes vorstellen.
  • Erkläre, was passiert ist und wie das Kind es erlebt hat. Sprich die Emotionen deutlich an und bitte das Kind um Hilfe, um Wege zu finden, sie zu vermeiden.
  • Verbinde. Es geht nicht darum, das Geschehene zu verheimlichen oder zu vertuschen – es geht darum, eine normale Eltern-Kind-Beziehung zu haben.

Beruhige dich

Bevor sie versuchen, ein verängstigtes Kind zu trösten, müssen Eltern ihre eigenen Emotionen in den Griff bekommen.

“Es ist wie mit der Sicherheitsregel im Flugzeug – ‘sichere deine eigene Sauerstoffmaske, bevor du versuchst, anderen zu helfen'”, erklärt Gothard. “Du kannst dein Kind nicht unterstützen, wenn du noch wütend bist oder dich gerade erst beruhigen musst.

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Wenn es Zeit braucht, um sich zu beruhigen – wenn ein langer Spaziergang oder ein Ausflug ins Fitnessstudio angesagt ist oder zumindest eine längere Abkühlungsphase – ist es in Ordnung, wenn Eltern dem Kind erklären, was passiert, wo sie sein werden und ihm versichern, dass sie zurückkommen werden, um über das Geschehene zu sprechen.

Reflektiere, was das Kind erlebt hat

Eltern sollten die Situation aus der Perspektive der Kinder sehen – ein Elternteil ist größer, stärker und lauter. Gab es aggressive Gesten oder Körperhaltungen? Wurde etwas geworfen oder zerbrochen?

“Mach das nicht, bevor du dich beruhigt hast”, warnt Gothard. “Es wird wahrscheinlich deine Emotionen ein wenig reaktivieren.

Den Schaden reparieren

Wenn sich die Eltern beruhigt haben und über das Erlebnis ihres Kindes nachgedacht haben, müssen sie sich aufrichtig bemühen, wieder eine Verbindung herzustellen. Ein guter Anfang ist es, das Kind einzuladen, sich in einen sicheren und bequemen Raum zu setzen. Manche Kinder wollen nicht direkt über das Geschehene sprechen, sondern lieber spielen, um ihre Gefühle zu verarbeiten. Das ist in Ordnung.

“Teile deine Absichten und Gefühle mit”, rät Gothard. “Dann beziehe dein Kind in den Reparaturprozess mit ein, damit es Lösungen für das Problem mitgestalten kann. Kinder sind kreativ und finden oft großartige Lösungen, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen. Wenn man sie dazu einlädt, Lösungen zu entwickeln, sind sie auch eher bereit, mitzuarbeiten und das Problem zu lösen.”

Verbinde dich mit dem Kind

Nach der Reparatur sollten die Eltern Gelegenheiten finden, sich mit ihrem Kind zu treffen – ein Ausflug in den Park, eine Fahrradtour oder einfach nur gemeinsames Spielen. Dabei geht es nicht darum, irgendetwas “wiedergutzumachen”, sondern zu zeigen, dass die Beziehung immer noch stark ist.

Eltern müssen verstehen, dass Kinder sich nicht nur körperlich bedroht fühlen, wenn sie ihre Wut zeigen, sondern dass sie sich Sorgen machen, dass die Beziehung selbst in Gefahr ist. Deshalb ist es so wichtig, dass die Eltern die Kontrolle behalten. Wenn sie das nicht können, sollten sie sich an einen Fachmann wenden. Es kann sich peinlich oder beschämend anfühlen, einen Kontrollverlust unverblümt anzusprechen; noch schlimmer kann es sich anfühlen, wenn man professionelle Hilfe für ungesunde Verhaltensmuster sucht. Aber es ist die Pflicht der Eltern, die schwierigen Entscheidungen zu treffen.

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